Gabriele von Riedlingen

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Gabriele von Riedlingen Gabi's geheimnisvolles Schönwälder Kochbuch 101 Rezepte aus dem Hochschwarzwald, Kinderbücher: Schnatternde Hilferufe auf Münsters Aasee, Der magische Hut I und II, Das Wunder der Kuckucksuhr, Roman: Gefährlich feuerrot

Leseprobe aus dem Roman Gefährlich feuerrot:

Mann, was ist denn jetzt schon wieder los? Ich muss doch gleich gehen“, ärgerte sich Liliana, als es an der Türe ihres roten Salons klopfte. Gerade lackierte sie im Bad ihre langen Fingernägel purpurrot. Im Schloss ihrer Eltern bewohnte sie den rechten Flügel, zehn Zimmer mit drei Bädern für sich ganz alleine, außer wenn mal Freunde bei ihr übernachteten. Die Wohnräume waren exklusiv mit wertvollen Möbeln und Gemälden eingerichtet. Auf keinem Tisch durfte der Blumenstrauß fehlen. Die junge Dame bekam von ihren Eltern alles umsonst. Dennoch war sie mit nichts zufrieden. Nochmals klopfte es energisch an der Türe ihrer Wohnung. Nachdem sie mit dem Lackieren der Fingernägel fertig geworden ist, stellte sie das Nagellackfläschchen stöhnend auf den Schminktisch. „Der Herr Baumgärtel nervt. Vorhin hat er mir doch schon die Briefe gebracht.“ Mit den Lammfellschuhen hastete sie aus dem Bad, durchs Schlafzimmer in den roten Salon. „Ich komm ́ ja schon, herein.“ Gemächlich trat ihr langjähriger Butler mit einer tiefen Verbeugung herein. „Das können sie sich sparen“, betonte Liliana schnippisch, nebenher die lackierten Fingernägel kontrollierend, ob sie trocken geworden sind. In der einen Hand, wie üblich trug der Butler weiße Baumwollhandschuhe, hielt er das Silbertablett, auf dem ein längliches Kuvert lag. „Leider muss ich sie nochmals stören.“ „Geben sie her.“

Genervt schnappte sie das Kuvert, das nicht frankiert wurde vom Silbertablett, und kniff ihre grünbraunen Augen zusammen. Die Adresse kam ihr bekannt vor. „Neubauer.“ Hastig riss sie das Kuvert auf und zog das an sie Geschriebene raus. Unwillkürlich starrte der Butler auf die goldene Brosche, die an Liliana ́s tief ausgeschnittenen, hautengen Raubkatzenlock-Kleid oberhalb ihres rechten, vollen Busens steckte. Um Gotten Willen, bekam der Zweiundfünfzigjährige bei dem Anblick eine Gänsehaut. Er gruselte sich vor großen Spinnen. Kürzlich hat Liliana zu Höllenburt die Brosche, die aussah wie eine Vogelspinne, nur etwas kleiner vom Goldschmied anfertigen lassen. Mit reichlich Brillanten, Feueropalen, Rauchquarzen und gelben Granatsteinen war sie besetzt. „Prin ......, Prinzessin, was ich ihnen sagen wollte, ist ......, die Frau Rotzinger ist gekommen.“

Sie war die Museumsdirektorin. Liliana hörte ihrem Butler nur halbwegs zu. „Welche Frau Abele? Ständig diese Mahnungen.“ „Nicht die Frau Abele, sondern die Frau Rotzinger ist gekommen.“ „Die Frau Rotzinger? Sie kann mich mal, ich bin pleite.“ „Sie sind pleite, sie?“, sind dem Butler die Worte ausversehen raus gerutscht. Normalerweise hielt er sich diskret zurück. Er konnte es kaum glauben, dass diese verwöhnte Prinzessin pleite sein soll, wo doch die angesehene Herzogenfamilie mehrere Schlösser, Immobilen, Firmen, Museen, eine Privatbank, den halben Schwarzwald und ein Haufen Geld besitzt. „Was gucken sie so blöd?“ „Verzeihen sie bitte, Prinzessin.“

„Ja, ich bin pleite, aber was geht das sie an? Das Geld hab ́ ich nicht, für all die Sachen die ich dringend brauche. Das Geld werde ich mir holen, egal bei wem“, schimpfte sie wie ein Rohrspatz und stopfte die Mahnung ins Kuvert. Sie war süchtig, richtig süchtig. Haufenweise kaufte sie sich sündhaft teure Pelze, Hüte, Designerklamotten, oder ließ sich welche von ihrer Schneiderin nähen, Schmuck, Schuhe plus Marken-Handtaschen. Die Rechnungen hat sie verspätet oder gar nicht bezahlt. Die dreitausend Euro Taschengeld, die sie monatlich von ihren Eltern bekam, reichten ihr hinten und vorne nicht. Sie hatten ja keine Ahnung, dass ihre einzige Tochter das Kunststudium an den Nagel hing. Das verwöhnte Prinzesschen genoss halt lieber das süße Lotterleben als mal ihrer Mutter bei den Wohltätigkeitsveranstaltungen oder sozialen Projekten zu helfen. Ihr treuer Butler machte sich so seine Gedanken und sprach etwas lauter: „Frau Prinzessin, warum gehen sie nicht ans Telefon?“ Sie hat es ihm ja strengstens verboten, dran zu gehen.

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